Schuldenerlass für Sri Lanka
Nach der Flutkatastrophe in Südasien sollen Indonesien, Sri Lanka und Seychellen die Schulden gestundet werden. Dies sagte der französische Finanzminister Hervé Gaymard vor Beratungen des Pariser Club der Gläubigerstaaten. Bundeskanzler Gerhard Schröder kommt in Berlin zur Koordinierung der Fluthilfe mit kommunalen Spitzenvertretern und mehreren Länderchefs zusammen.
Die übrigen von der Tsunami-Flutwelle betroffenen Staaten hätten einen "weniger hohen Schuldenstand", sagte Gaymard dem Rundfunksender Radio France Internationale (RFI). Sie wünschten nicht, dass ihre Kreditwürdigkeit auf den internationalen Finanzmärkten durch ein Schuldenmoratorium in Mitleidenschaft gezogen werde. Gaymard bezog diese Äußerung ausdrücklich auf Thailand und Malaysia. In dem 1956 gegründeten Pariser Club sind 19 Gläubigerstaaten zusammengeschlossen.
Indonesien hätte auf seine bestehenden Schulden von rund 132 Milliarden Dollar (100 Milliarden Euro) laut Gaymard alleine in diesem Jahr rund drei Milliarden Dollar Schuldendienst leisten müssen. Ein Moratorium werde der Regierung in Jakarta "etwas Luft verschaffen", sagte Gaymard. Die Schulden Sri Lankas gegenüber dem Ausland belaufen sich auf rund 7,7 Milliarden Dollar. Für Thailand verzeichnet die Weltbank Auslandsschulden in Höhe von gut 58 Milliarden Dollar, für Malaysia sind es mehr als 48 Milliarden Dollar.
Der Pariser Haushaltsminister Jean-François Copé erklärte, das Schuldenmoratorium könne bei einigen der betroffenen Länder nur eine "erste Etappe" sein. Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hatte angedeutet, dass über ein Moratorium hinaus ein Erlass von Schulden möglich sei.
Bei dem Gespräch im Bundeskanzleramt steht das Vorhaben deutscher Kommunen im Mittelpunkt, Partnerschaften mit betroffenen Städten oder Gemeinden der Katastrophenregion einzugehen. Der Kanzler hatte solche Partnerschaften kurz nach der verheerenden Flutkatastrophe angeregt.
Die Resonanz auf seinen Vorschlag sei "überwältigend", sagte Schröder. Nach einem Zeitungsbericht will der Kanzler einen Arbeitsstab zur Koordinierung der Hilfsangebote vorschlagen. Im Kanzleramt soll auch die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) das Bonner Partnerschaftsmodell mit dem indischen Distrikt Cuddalore vorstellen. |