Morgen
Meister! Handwerksmeister kommen groß raus
Die Sonne war seit über 8000 Jahren nicht mehr
so aktiv wie heute. Doch wahrscheinlich wird diese
Hochphase nur noch wenige Jahrzehnte andauern.
Ein internationales
Forscherteam hat die Sonnenaktivität der vergangenen
Jahrtausende untersucht. Seit dem Ende der letzten
Eiszeit war die Sonne demnach selten so aktiv
wie seit den 1940er Jahren bis heute. Fraglich
ist, welchen Einfluss dies auf das Erdklima hat.
Kosmogene
Isotope
Forscher um Sami
Solanki vom Max-Planck-Institut (MPI) für Sonnensystemforschung
in Katlenburg-Lindau haben die Sonnenaktivität
anhand von schweren Kohlenstoff-Atomen zurückverfolgt.
Die radioaktiven C-14-Teilchen entstehen, wenn
ein energiereiches Teilchen der kosmischen Strahlung
in der oberen Atmosphäre der Erde auf ein Luftmolekül
trifft. Sie werden als kosmogene Isotope bezeichnet.
Wie viel C-14
produziert wird, hängt von der Zahl der Teilchen
der kosmischen Strahlung ab. Diese schwankt wiederum
mit der Stärke der Sonnenaktivität: Ist die Aktivität
hoch, bildet das Magnetfeld der Sonne einen Schutzschild
gegen diese Teilchen. Ist die Aktivität gering,
erreicht mehr kosmische Strahlung die Erdatmosphäre.
Bei geringer Sonnenaktivität wird daher mehr C-14
produziert.
Wie die Forscher
in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature»
berichten, bestimmten sie die Sonnenaktivität
anhand von C-14-Atomen, die in die untere Atmosphäre
gelangten und in das Holz von Bäumen eingebaut
wurden. Baumstämme können noch nach Jahrtausenden
aus dem Untergrund geborgen und das gespeicherte
C-14 gemessen werden. Aus den Baumringen kann
man dann durch Vergleich verschiedener Bäume,
deren Lebenszeit sich überschneidet, das Jahr
bestimmen, in dem das C-14 aufgenommen wurde.
Auf diese Art haben die Forscher die Produktionsrate
von C-14 über 11.400 Jahre zurück verfolgt.
Jahrtausend-Hoch
Von der Produktionsrate
des C-14 schlossen die Forscher auf die Zahl der
Sonnenflecken in diesem Zeitraum. Sonnenflecken
sind Regionen auf der Oberfläche der Sonne, in
denen die Energieversorgung aus dem Inneren durch
Magnetfelder behindert wird. Diese Gebiete kühlen
um etwa 1500 Grad ab und erscheinen im Kontrast
zu ihrer rund 5800 Grad heißen Umgebung dunkel.
Die Zahl der Sonnenflecken sei ein gutes Maß auch
für die Stärke anderer Phänomene der Sonnenaktivität,
teilte die Max-Planck-Gesellschaft mit. Dazu gehören
Eruptionen und Gasausbrüche.
Man müsse über
8000 Jahre in der Erdgeschichte zurückgehen, bis
man einen Zeitraum findet, in dem die Sonne ebenso
aktiv war wie in den vergangenen 60 Jahren, sagen
die Wissenschaftler. Schon 2003 hatte die Forschergruppe
Hinweise gefunden, dass die Sonne aktiver ist
als in den 1000 Jahren zuvor. Wie frühere Perioden
mit hoher Sonnenaktivität werde die gegenwärtige
aber nur noch wenige Jahrzehnte andauern, sagen
die Forscher voraus.
Heller
Sonnenschein
Auch die Helligkeit
der Sonne schwankt mit der Sonnenaktivität. Sie
scheint demnach heute etwas heller als in den
8000 Jahren zuvor. Inwieweit dies zur globalen
Erwärmung im vergangenen Jahrhundert beigetragen
hat, ist eine offene Frage. Die Forscher um Solanki
weisen jedoch darauf hin, dass die Sonnenaktivität
seit etwa 1980 weitgehend konstant sei. Die Temperatur
auf der Erde sei dagegen besonders in diesem Zeitraum
angestiegen.
Dass aber der
Verlauf von Erdtemperatur und Sonnenaktivität
während der letzten Jahrhunderte davor ähnlich
sei, zeige, dass der Zusammenhang weiter erforscht
werden müsse.
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